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Armut bei Alleinerziehenden PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Im Jahr 2016 galt rund jede sechste Person in Deutschland als armutsgefährdet: 16,1 Prozent der Bevölkerung bezogen ein Einkommen, das weniger armut bei Alleinerziehenden PDF 60 Prozent des mittleren Einkommens entsprach. Ohne die umverteilende Wirkung von Sozialleistungen wäre sogar knapp jede vierte Person in Deutschland armutsgefährdet.


Författare: Sina Keinert.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Stimmen laut, die behaupten, dass Alleinerziehende ein erhöhtes Armutsrisiko besitzen. Dabei ist z.B. die Rede von "der dramatischen Lage vieler Alleinerziehender in Deutschland – sie leben am Rande der Gesellschaft, oft fehlt das Geld für das Allernötigste" (DER SPIEGEL, 29.07.2010). Trotz einiger überspitzter Darstellungen in den öffentlichen Diskussionen, bestätigen auch wissenschaftliche Untersuchungen die überdurchschnittlich häufige Armutsbetroffenheit Alleinerziehener. Neben gesellschaftlichen Vorurteilen oder Folgen für die gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten hat diese Konstellation auch einen Einfluss auf das Wohlbefinden. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die nachteiligen Lebensbedingungen in einem schlechteren Gesundheitszustand und subjektiven Wohlbefinden niederschlagen. Im vorliegenden Buch soll folglich der Frage nachgegangen werden, wie sich das Armutsrisiko Alleinerziehender auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Im ersten Teil wird die Armutsbetroffenheit Alleinerziehender beschrieben, woran sich die Darstellung des Forschungsstandes zum Einfluss dieser Konstellation auf das Wohlbefinden und die Entwicklung von Erklärungsmodellen anschließt. Im zweiten Teil erfolgt die empirische (deskriptive und multivariate) Analyse der erarbeiteten Hypothesen mit darauffolgender Diskussion der Ergebnisse.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bzw. Schwellenwert für Armutsgefährdung in Deutschland für Alleinlebende bei 13. Mit Ausnahme des Jahres 2009 sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen seit 2007 nicht auffallend groß. Die Quote der 18- bis unter 65-Jährigen lag bei 16,0 Prozent. Am stärksten erhöht Arbeitslosigkeit die Armutsgefährdung. 2007 lag der entsprechende Wert noch bei 56,8 und 2008 bei 61,9 Prozent.

Die Armutsgefährdung von Personen im Ruhestand lag mit 17,5 Prozent leicht über dem Wert der Gesamtbevölkerung. Auch der Bildungsabschluss hat Auswirkungen auf die Armutsgefährdung. Bei Personen mit einem mittleren Bildungsstand waren es im selben Jahr 15,9 Prozent. Schließlich lag die Armutsgefährdungsquote der Personen mit niedrigem Bildungsstand bei 30,6 Prozent. Im Jahr 2016 waren 33,2 Prozent aller Personen in Haushalten von Alleinerziehenden armutsgefährdet. Hingegen waren im Jahr 2016 in Haushalten von zwei Erwachsenen mit zwei Kindern lediglich 8,4 Prozent der Personen armutsgefährdet.

Wird die Umverteilungswirkung von Sozialleistungen nicht berücksichtigt, erhöht sich die Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung auf 24,1 Prozent im Jahr 2016. Bei allen Armutsrisikoquoten ist zu beachten, dass diese keine Erkenntnis darüber liefern, wie weit das Einkommen der armutsgefährdeten Bevölkerung unter der Armutsrisikoschwelle liegt. Diesen Aspekt berücksichtigt die sogenannte relative Armutslücke: Nach der Statistik EU-SILC lag im Einkommensbezugsjahr 2016 der Median der Nettoäquivalenzeinkommen der armutsgefährdeten Personen 20,9 Prozent unter dem Schwellenwert für die Armutsgefährdung. 4,0 Prozent der Haushalte „sehr schlecht“ bzw.

Als armutsgefährdet gelten Personen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Zur Ermittlung des Einkommens wird zunächst das von allen Haushaltsmitgliedern tatsächlich erzielte Haushaltseinkommen zusammengefasst. Direkte Steuern und Sozialbeiträge werden abgezogen. Anschließend wird das verfügbare Einkommen gewichtetet bzw. Die Äquivalenzskala weist dabei der ersten erwachsenen Person stets das Gewicht 1 zu. Weitere Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren erhalten das Gewicht 0,5, Kinder unter 14 Jahren das Gewicht 0,3.

Bei einem verfügbaren Haushaltseinkommen von beispielsweise 2. 100 Euro hat jedes der vier Haushaltsmitglieder ein Äquivalenzeinkommen von 1. Dabei werden hier alle Personen ihrem gewichteten Einkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Einkommenswert derjenigen Person, die die Bevölkerung in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat ein höheres, die andere ein niedrigeres gewichtetes Einkommen.

60 Prozent dieses Medianwertes stellen die Armutsgefährdungsgrenze dar. Eine Person zwischen 18 und 24 Jahren zählt dann als Kind, wenn sie nicht erwerbstätig beziehungsweise arbeitsuchend ist und mit mindestens einem Elternteil zusammen lebt. Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Videos finden sich direkt bei den Abbildungen. Politischer Populismus als Ausdruck von Identitätspolitik? Wie Sie dem Web-Tracking widersprechen können sowie weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern. Person ist eine Person, die ohne Hilfe einer anderen erwachsenen Person mindestens ein Kind unter 18 Jahren großzieht. Das Kind hat dabei nur eine unmittelbare Bezugsperson, den mit ihm zusammenlebenden Elternteil. Die Zahl der Alleinerziehenden hat in den industrialisierten Ländern über die letzten Jahrzehnte zugenommen. Die Alleinerziehendenfamilie ist eine ökonomisch besonders verletzliche Familienform und ist in diesem Zusammenhang Gegenstand sozialwissenschaftlicher und pädagogischer Forschung.

Die gesellschaftliche Unterstützung für Familien spielt für Alleinerziehende eine wesentliche Rolle. Teil Kritik, da er von Betroffeneninitiativen als diskriminierend erlebt wird. Mit dem Begriff werde fälschlicherweise oft mangelnde soziale Einbettung oder Erziehungsqualität assoziiert. Daher solle man besser von Ein-Eltern-Familien sprechen. Das können beispielsweise auch Pflegeeltern oder Großeltern sein. Sinne innehaben, was seit dem 1.