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Die Filioque-Kontroverse PDF

Paracletum esse, qui nec Pater sit ipse, nec Filius, sed a Patre Filioque procedens. Est ergo ingenitus Pater, genitus Die Filioque-Kontroverse PDF, non genitus Paracletus, sed a Patre Filioque procedens.


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809 wollte das Konzil von Aachen die inhaltliche Angemessenheit des "Filioque" als Zusatz im Glaubensbekenntnis von 381 erweisen. Das "Aachener Dekret" gilt als erstes literarisches Erzeugnis der Filioque-Kontroverse, die nach 1054 zum Symbol der Spaltung zwischen den christlichen Kirchen in Ost und West geworden ist. Heute, 1.200 Jahre nach dem Aachener Konzil, unternehmen die Beiträge des Bandes einen Versuch der theologischen und ökumenischen Verständigung. Die Autoren beschreiten den Weg einer umfassenden historischen und systematisch-theologischen Rekonstruktion der Problematik, um ökumenische Perspektiven für ihre Lösung aufzuzeigen. Ein überzeugender Beitrag zur Überbrückung der entstandenen Gräben.

Geist auch der Beistand sei, nicht der Vater selbst noch der Sohn, sondern aus dem Vater und dem Sohn hervorgehend. Also ist ungezeugt der Vater, gezeugt der Sohn, nicht gezeugt der Beistand, vielmehr aus dem Vater und dem Sohn hervorgehend. Das dritte Konzil von Toledo benutzte 589 die Filioque-Formulierung, um Position gegen den Arianismus zu beziehen, der Jesus Christus als geringer als Gott den Vater ansah. Dabei sollte dieser Zusatz die Gleichrangigkeit Jesu Christi mit dem Vater deutlich machen. Um 1013 ließ sich Papst Benedikt VIII. Für die orthodoxe Kirchen erscheint das Filioque nicht akzeptabel, da es sich um eine einseitige Abänderung des Entscheids eines allgemein anerkannten ökumenischen Konzils handle und da es der alten Interpretation der Dreieinigkeit widerspreche.

Die Ikone von Rublev ist Ausdruck alter östlicher orthodoxer Denkweise: Vater, Sohn und Heiliger Geist sind drei fast gleichgestaltete Personen, der Geist sitzt auf Augenhöhe und an einem gemeinsamen Tisch, dem Vater und Sohn gegenüber. Im Filioque-Disput prallen unterschiedliche Interpretationen der Dreieinigkeit aufeinander. Die alte griechische Tradition betonte die drei unterschiedlichen Entitäten der Dreieinigkeit, während die fränkischen Theologen stärkeren Akzent auf die Einheit der drei Hypostasen legten. Nach der Lehre der orthodoxen Kirchen ist der Vater der einzige Ursprung innerhalb der Dreiheit.

Sohn und Heiliger Geist müssten gewissermaßen als rechter und linker Arm des Vaters gedacht werden. Wechselseitige Verständnisschwierigkeiten ergeben sich auch aus einer nicht immer reflektierten unterschiedlichen Blickrichtung. So ist die orthodoxe Theologie grundsätzlich eher an Aussagen über die Ursprungsbeziehungen der göttlichen Personen interessiert, während die westliche Theologie vor allem die Lebensbeziehungen der drei göttlichen Personen in den Blick nimmt. Dabei konnte leicht der Eindruck erweckt werden, der Heilige Geist sei überhaupt erst durch Jesus ins Leben gerufen worden.