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Die griechische Tragödie im Drama der Aufklärung »Bei den Alten in die Schule gehen« PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Mythen erheben die griechische Tragödie im Drama der Aufklärung »Bei den Alten in die Schule gehen« PDF Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit.


Författare: Christopher Meid.
Für die deutschsprachige Literatur des 18. Jahrhunderts ist die Orientierung an der griechischen Antike von geradezu paradigmatischer Bedeutung, insbesondere auf dem Gebiet der Tragödie. Die produktive Auseinandersetzung mit den griechischen Tragikern beginnt bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, was allerdings von der Forschung lange vernachlässigt wurde. Diese Studie untersucht erstmals im Kontext die deutschsprachigen Bearbeitungen der griechischen Prätexte. Dabei reicht die Bandbreite von der Hanswurstiade Stranitzkys über die heroisch-klassizistische Tragödie Johann Elias Schlegels bis hin zum bürgerlichen Trauerspiel Lessings. In textnahen gründlichen Interpretationen wird gezeigt, wie der antike Mythos mit Positionen der Aufklärung verbunden wird, wie im Wettstreit mit der französischen Literatur neue Wege erprobt werden, den antiken Mythos auf der Bühne der Neuzeit heimisch zu machen.Aus dem Inhalt:1. Vorbemerkungen Die komische Brechung des Mythos: Joseph Anton Stranitzkys Der Tempel Dianae oder Der Spiegl wahrer und treuer Freundschafft Johann Elias Schlegels Bearbeitungen griechischer Tragödien Christoph Friedrich von Derschau: Pylades und Orestes oder Denckmaal der Freundschafft. Ein Trauerspiel Johann Heinrich Steffens: Oedipus, ein Trauerspiel Griechische Tragödie und bürgerliches Trauerspiel: Gotthold Ephraim Lessings Miß Sara Sampson Johann Jacob Bodmers Bearbeitungen griechischer Tragödien Resümee: Die griechische Tragödie im Gewand der Aufklärung

In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch Personen, Dinge oder Ereignisse von hoher symbolischer Bedeutung oder auch einfach nur eine falsche Vorstellung oder Lüge. Eine bis zum Ende des 19. Jahrhundert finden sich stark voneinander abweichende Definitionen. Mythos als kulturübergreifende sinnstiftende Erzählweise gebe, hatte in der Zeit des Neuhumanismus zahlreiche Anhänger. In manchen Mythen deuten die Menschen sich selbst, ihre Gemeinschaft oder das Weltgeschehen.

Regelmäßige Abläufe in der Natur und der sozialen Umgebung werden auf göttliche Ursprungsgeschichten zurückgeführt. Jenseits der geschichtlichen Zeit sind Mythen in einem von numinosen Kräften oder Personifikationen beherrschten Raum angesiedelt. In inhaltlicher Hinsicht werden Mythen manchmal eingeteilt in kosmogenische oder kosmologische Mythen, die die Entstehung und Gestalt der Welt thematisieren, und anthropogene Mythen über die Erschaffung oder Entstehung des Menschen. Kulturen und wurden durch einen ausgewählten Personenkreis wie Priester, Sänger oder Älteste mündlich weitergegeben. In schriftlosen Religionen spielten mündlich überlieferte Erzählungen eine vergleichbar wichtige Rolle wie die Heiligen Schriften in den Weltreligionen. Sie dienen zum Teil heute noch der Weitergabe und Erhaltung des Glaubens und der damit verbundenen Wertvorstellungen.

Xenophanes und Hekataios von Milet hielten Mythen für moralisch verwerfliche oder lächerliche Erfindungen, Epikur lehnt Göttermythen radikal ab. Rationalistische Mythenkritik Daneben entwickelten sich auch rationalistische Interpretationen des Mythos. Für Poseidonios hingegen, den von den keltischen Druiden faszinierten Begründer einer historischen Mytheninterpretation, bewahren die Mythen das Wissen einer goldenen Vorzeit. Die barbarischen Gesellschaften erschienen den Griechen in dieser Zeit des politischen und gesellschaftlichen Niedergangs als Widerspiegelung ihrer eigenen Vergangenheit.