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Die Leben der Anderen oder die Legitimation ziviler Opfer PDF

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Die Frage nach dem Ende der Die Leben der Anderen oder die Legitimation ziviler Opfer PDF beschäftigt seit Jahrhunderten die Gelehrten.


Författare: Jens Hiller.
Jens Hiller analysiert die Relevanz ziviler Opfer in Kriegseinsätzen der USA. Dabei untersucht er sowohl die Relevanzsetzung der Thematik in der öffentlichen Berichterstattung der USA als auch die Legitimationsstrategien ihrer politischen Autorität und zeigt auf, dass der Umstand der Tötung von Zivilisten einen nur geringen Stellenwert für die Konfliktwahrnehmung in den USA aufweist. Tatsächlich rückt die Norm des Schutzes von Zivilisten in Kriegen in Angesicht eines ‚War on Terror‘ in den Hintergrund.

In der Forschungsdiskussion der letzten Jahrzehnte hat es sich jedoch als sinnvoll erwiesen, das Enddatum deutlich später anzusetzen. Eng verbunden mit dem Problem ist die Frage nach dem Untergang des Römischen Reiches im Westen, der vor allem in der älteren Forschung oft mit dem Ende der Antike gleichgesetzt wurde. Jede Angabe eines Enddatums für die Antike erfordert die Benennung der Kriterien, nach denen diese Epoche definiert wurde. Schwierig wird die Festlegung eines Enddatums für die Antike aber vor allem dadurch, dass die Spätantike als eine Epoche des Übergangs gesehen werden muss. Einerseits war noch eine deutliche Kontinuität zur früheren Antike gegeben, andererseits zeichnete sich aber bereits die Welt des Mittelalters ab.

Im Osten kam es dagegen zu keinem derart radikalen Bruch der antiken Tradition wie im Westen. Reich existierte noch bis zum Fall Konstantinopels 1453. Jahrhundert die Nachfolge Westroms angetreten hatten, akzeptierten in der Regel noch jahrzehntelang die oströmische Oberhoheit. Ihre Herrscher bemühten sich um kaiserliche Anerkennung und die Verleihung römischer Titel. Die Angriffe der Araber beschleunigten in Ostrom den Untergang der spätantiken Senatsaristokratie, führten nun auch hier zu einer Wirtschaftskrise und einem erheblichen Rückgang der antiken Bildung. Hinsicht mit Gewalt, Zerstörung und ökonomischem Niedergang verbunden.

Die Forschungsliteratur hat inzwischen einen kaum noch zu bewältigenden Umfang erreicht. In vielen Punkten konnte bislang dennoch keine Einigkeit erzielt werden, was auch damit zusammenhängt, dass die archäologische Forschung in diesem Feld oft zu anderen Ergebnissen kommt als die historische, ohne dass die Widersprüche bislang aufgelöst werden konnten. In Britannien wird das Ende der Antike traditionell mit dem Ende der römischen Herrschaft und mithin relativ früh angesetzt. Bereits 383, 401 und 407 wurden große Teile der römischen Truppen abgezogen. Als der weströmische Kaiser Honorius die römischen Bewohner der Insel 410 ihrem Schicksal überließ, mussten diese zur Selbsthilfe greifen. Das Ende der Antike war in Britannien wie im übrigen Reichsgebiet kein einzelnes Ereignis, sondern ein längerer Prozess, der jedoch mit der Räumung der Insel durch das römische Heer zumindest eine starke Zäsur erlebte.

Allerdings wurden in Wales noch im 6. Jahrhundert vereinzelt lateinische Inschriften gesetzt, die sogar korrekt nach Konsuln datiert sind. Auch in Gallien ist das Ende der Antike eng mit dem Ende der römischen Herrschaft verbunden. In Hispanien ist das Ende der Antike frühestens um 460 anzusetzen. In diesem Jahr betrat mit Majorian zum letzten Mal ein weströmischer Kaiser hispanischen Boden, sein Feldzug gegen die Westgoten hatte jedoch keine größeren Auswirkungen mehr. Der Anfang vom Ende der Antike kam für Africa im Jahr 429, als die Vandalen unter Geiserich weite Teile der Provinz eroberten.

Zu einem Wiederaufleben der antiken römischen Kultur kam es wohl nur begrenzt, doch in jüngster Zeit sind Ausgräber teils zu einer deutlich günstigeren Einschätzung gelangt als frühere Forscher. So lassen sich zum Beispiel über 100 teils große Kirchen nachweisen, die nach 534 errichtet wurden. Das Ende der Antike war in Italien ein Prozess, der mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches nach der Ermordung des Heermeisters Flavius Aëtius durch Kaiser Valentinian III. Theoderichs Nachfolger gerieten jedoch bald mit dem oströmischen Kaiser Justinian in Konflikt.

Die von Justinian ab 535 veranlasste Rückeroberung Italiens schien die antike Kultur zunächst wieder aufleben zu lassen. Die oströmischen Eroberungen hatten jedoch keinen Bestand. Das Ende der römischen Herrschaft hatte sich aber bereits zu Beginn des 7. In Persien fiel das Ende der Antike mit dem Zusammenbruch des Sassanidenreiches zusammen.