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Ein Spaziergang durch Physik und Kunst PDF

Die auf Johann Wolfgang von Goethe zurückgehende Farbenlehre ist in Goethes Werk Zur Farbenlehre enthalten. Er stellte darin seine während vieler Jahre gemachten Überlegungen, Literaturstudien und Versuche über das Wesen der Farbe dar. Im engeren Sinne versteht man unter Goethes Farbenlehre die dreiteilige Schrift, die Goethe im Jahr 1810 ein Spaziergang durch Physik und Kunst PDF der Überschrift Zur Farbenlehre veröffentlicht hat. Sie besteht aus einem „Didaktischen Teil“, einem „Polemischen Teil“ und einem „Historischen Teil“.


Författare: Michael Becker.
Quantentheorie und Relativitätstheorie sind Meilensteine der theoretischen Physik. Sie beschreiben eine Welt, die unsere Alltagserfahrungen radikal in Frage stellt. Gerade für die Kunst, deren Ziel es ist, das Gewohnte und Vertraute in eine produktive Krise zu versetzen, bieten sie eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle.
Ein Wissenschaftler und ein Künstler unternehmen gemeinsam einen ausgedehnten Spaziergang durch die Natur. In ihren angeregten Gesprächen, die sie Zeit und Raum vergessen lassen, entdecken sie nach und nach erstaunliche strukturelle Parallelen zwischen den Gesetzen der Physik und der Kunst. Sie tauchen gemeinsam in die Welt der subatomaren Teilchen sowie der überdimensionalen kosmischen Zusammenhänge ein und staunen nicht schlecht über das kleine und große Universum als einer einzigen Symphonie aus Schwingungen und geistigen Klangformationen.
Was haben ein Atom und die Gesetze der Komposition gemein? Was verbindet die unglaublichen Eigenschaften der Suprafluidität mit den Werken eines Mark Rothko? Inwieweit kann die Unschärferelation Heisenbergs zu einer Methode der künstlerischen Forschung avancieren? Was haben Farbklänge mit den Erkenntnissen der Spektroskopie zu tun? Inwieweit kann Schwingung nicht nur materielle, sondern auch geistige Gegenstände erzeugen? Welche Parallelen bestehen zwischen Resonanz und bildnerischem Klang? Welche kunstrelevanten Erkenntnisse lassen sich aus der Vorstellung eines symmetrischen Urzustands des Universums ableiten? Worin besteht die Äquivalenz zwischen Energie und Materie in der Kunst? Vermag Kunst die Gesetze der Thermodynamik aus den Angeln zu heben? Was bedeutet Spannung für die Kunst? Inwieweit ist der Goldene Schnitt ein Instrument der Welterkenntnis? Warum sind die Gesetze der Quantenverschränkung für die Kunst eigentlich nichts Ungewöhnliches? In welcher Hinsicht bestimmen Winkelverhältnisse die Struktur unseres materiellen und geistigen Lebens? Farbe als „Wirk“? … etc. etc.
Der Leser erfährt die Erkenntnisse der theoretischen Physik sowie der Kunsttheorie nicht als reines Faktenwissen, sondern als Bildungsgut, das neue Perspektiven des Denkens eröffnet. Dieses Buch richtet sich daher an alle, die bereit sind, transdisziplinäre Brücken zu schlagen, auf denen man zu Einsichten gelangt, die die spezialisierten Fächer für sich nicht bieten können, die aber zugleich eine offenkundige gemeinsame wissenschaftliche Basis besitzen.

Goethe bemühte sich zeitlebens intensiv um die Verbreitung und wissenschaftliche Anerkennung dieses umfangreichsten seiner Werke, so durch Georg Christoph Lichtenberg, der seinen Thesen freilich nicht beipflichtete, sowie durch Arthur Schopenhauer. Geistesgeschichtlich und wissenschaftshistorisch bedeutsam ist die Farbenlehre bis heute deshalb, weil sie Goethes ganzheitlichen Ansatz der Naturbetrachtung und seine Beobachtungsgabe dokumentiert. Sie belegt seine Bevorzugung der Anschauung gegenüber der Abstraktion. Goethe nahm an vielen naturwissenschaftlichen Entdeckungen seiner Zeit regen Anteil und befand sich mit vielen Forschern seiner Zeit in brieflichem oder persönlichem Kontakt. Für das naturwissenschaftliche Interesse Goethes ist der Einfluss von Johann Gottfried Herder bedeutend. Die Erstausgabe von Zur Farbenlehre erschien am 16. Mai 1810 in einer Auflage von 500 Stück auf weißem und 250 Stück auf grauem Papier in der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung.