Ratgeber

Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit PDF

Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte ist gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe / Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit PDF kulturphilosophische Hauptwerk von Oswald Spengler. Spengler vergleicht das europäisch-nordamerikanische Abendland unter kulturmorphologischen Gesichtspunkten mit sieben anderen Hochkulturen. Er entwirft so das Panorama einer spezifischen Geschichtsphilosophie.


Författare: Ernst Cassirer.
Kennzeichen der Epoche von Hegels Tod bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts ist die Nüchternheit, die an die Stelle des 'metaphysischen Rausches', der die nachkantische Philosophie bestimmte, getreten ist. Zwar scheint die eigentliche Entdeckung des Erkenntnisproblems erst in diesem Zeitraum erfolgt zu sein, doch ist es nicht mehr die Philosophie, die die Führung auf diesem Gebiet innehat, sondern es sind die Spezialwissenschaften, die versuchen, es für sich selbst zu formulieren und ihm eine Fassung zu geben, die den eigenen besonderen Interessen und Aufgaben entspricht. Jede Wissenschaft für sich versucht, der Philosophie den Rang der Universalität abzulaufen und nicht nur ihr Spezialgebiet zu vertreten, sondern für das Ganze der Wissenschaft zu sprechen. Die Rolle der Philosophie und ihr Verhältnis zu den Einzelwissenschaften wandelt sich grundlegend.
Während der Historiker des Erkenntnisproblems bei der Darstellung der vorangegangenen Epochen wesentlich Philosophiehistoriker sein konnte, da das philosophische Denken der 'vollkommene und der eigentlich adäquate Ausdruck für die Gesamtbewegung des Wissens' war, muß er sich in der hier darzustellenden Epoche von den Einzelwissenschaften leiten lassen. Was er dennoch nicht aus dem Blick verlieren darf, ist der Anspruch, die eigentlich bewegenden Kräfte des Erkenntnisproblems ausfindig zu machen. "Die Zeit der großen konstruktiven Entwürfe, in der die Philosophie hoffen durfte, das Ganze des Wissens mit einem zu systematisieren und zu organisieren, ist für uns dahin. Aber die Forderung der Synthesis und Synopsis, der Überschau und Zusammenschau bleibt nach wie vor bestehen, und nur aus einer solchen Art des systematischen Überblicks läßt sich das wahre geschichtliche Verständnis des Einzelphänomens gewinnen."
Inhalt: Die exakte Wissenschaft, Das Erkenntnisideal der Biologie und seine Wandlung, Grundformen und Grundrichtungen des historischen Erkennens.

Der Autor war schon 1904 in seiner Dissertation Der metaphysische Grundgedanke der heraklitischen Philosophie zu Ansätzen eines Vergleiches gelangt. Diese Ansätze betrafen bereits die Entwicklung der antiken bzw. Der Haupttitel, der seit 1912 feststand, war immer wieder Anlass zu Missverständnissen. In seiner düster akzentuierten Formulierung ging er auf Otto Seecks 1895 bis 1921 erschienene Geschichte des Untergangs der antiken Welt zurück.

Der Begriff einer Katastrophe ist in dem Worte nicht enthalten. Seite einstweilen ausgeschaltet, ohne daß der eigentliche Sinn des Begriffs verändert worden wäre. Der Untertitel des philosophischen Werkes liegt der Hauptthese Spenglers näher als der alarmierende Haupttitel: Er kennzeichnet die Weltgeschichte als immer wiederkehrenden Aufstieg und Niedergang von Kulturen und Zivilisationen. Dasein bloß hinzutretenden Wachsein der höheren Tierarten einschließlich des Menschen. Gestalt und Gesetz: In Anlehnung an die Gestalttheorie, wie sie durch Christian von Ehrenfels formuliert wurde, ging Spengler von zwei Möglichkeiten der Welt-Auffassung und des Weltverstehens aus.

Der morphologische Ansatz geht auf Spenglers Rezeption Goethes zurück. Annahme, sie durchliefen Phasen der Jugend, der Reifung, des Alterns und des Absterbens. Kulturen sind für Spengler sozusagen Riesenpflanzen, die aus einer mütterlichen Landschaft heraus geboren werden, wachsen, reifen und schließlich verfallen. Die Dauer einer jeden Hochkultur setzt Spengler etwa mit einem Jahrtausend an. Spengler identifiziert für die zurückliegenden 5.

Nil, unter Einschluss der kretisch-minoischen Kultur. Antike, also griechisch-römische Kultur: seit 1100 v. Mit der neunten, der russischen Kultur identifiziert Spengler einen weiteren Kultur-Organismus, dem die Zukunft des kommenden dritten Jahrtausends gehöre. Spengler betrachtet diese Erkenntnis als die kopernikanische Wende in der Geschichtsbetrachtung. Sämtliche Hochkulturen besäßen eine analoge Geschichte, einen sich jeweils entsprechenden inneren Bau.