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Judentum, Holocaust, Israel, Palästina PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München, Leonrodstraße 46 b, 80636 München. Widerstand und Selbstbehauptung von Juden im Nationalsozialismus Die Hauptsache, daß mein Traum verwirklicht ist. Ich habe es erlebt, eine Widerstandsaktion judentum, Holocaust, Israel, Palästina PDF Warschauer Getto.


Författare: Georg Kreis.
Aus dem Vorwort
„Die Vorgeschichte Israels, Israel und die im Namen Israels betriebene Politik bilden einen auch in der Schweiz intensiv gepflegten Diskussionsgegenstand. Es handelt sich dabei allerdings um eine transnationale Debatte, an der Schweizer und Nichtschweizer, Israeli und Nichtisraeli, Juden und Nichtjuden teilhaben, sei es als Wissenschaftler oder als Nichtwissenschaftler, als blosse Rezipienten oder Aktivisten oder als Meinungsproduzenten oder -reproduzenten; dies in allen Kanälen der öffentlichen Medien, der halböffentlichen Internet-Kommunikation sowie der privaten Gespräche. Dieser Band steht in diesem Kontext und soll ein wissenschaftlich fundierter Beitrag dazu sein.“ Georg Kreis
Aus dem Inhalt
Marlen Oehler Brunnschweiler: Bildwelten im Zeichen der Abwehr:
Bild-Text-Narrative im «Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz», 1929–1939
Heinz Roschewski: Babij Jar und die Schweiz
Sophie Käser: Der Schweizer Holocaust-Gedenktag am 27. Januar –
Der Eintritt der Schweiz in die europäische Geschichtspolitik. Oder: Wie führt man einen «Erinnerungsort» ein?
Zsolt Keller: Die Gründung des Staates Israel. Chronologie der Ereignisse aus Schweizer Sicht
Shelley Berlowitz: Werkstattbericht: Kollektive Gedächtnisse im Dialog
Roland Merk: Schreiben nach der Nakba. «Die Vertreibung – Ein dokumentarisches Theaterstück zur Nakba in vier Fragmenten»
Jonathan Kreutner: Erinnerung an den Holocaust und Israelbetrachtung in der Schweiz
Georg Kreis: Diskussionen um Israel. Eine Kritik der Kritik der Kritik

In ihrer ganzen Pracht und Größe. Dies schrieb Mordechai Anielewicz, Kommandeur der Jüdischen Kampforganisation, während des Aufstands im Warschauer Getto kurz vor seinem Tod an einen Freund. Dieser Aufstand ist der bekannteste Akt jüdischen Widerstands in Europa. Daneben verblassten andere Formen der Auflehnung und Selbstbehauptung von Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.

Ihm gleichsam entgegengestellt wurde lange das Narrativ der jüdischen Massen, die passiv geblieben und „wie die Schafe zur Schlachtbank“ gegangen seien. Abgesehen davon, dass diese Wertung immer nur im Hinblick auf die jüdischen Verfolgten des NS-Regimes gemacht wurde: Die Frage, warum sich nicht mehr Juden zur Wehr gesetzt hätten, ignoriert die spezifischen Bedingungen, unter denen die ausgegrenzten, isolierten und geschwächten Juden handelten. Ihr liegt außerdem ein sehr enger Widerstandsbegriff zugrunde, der all diejenigen diskreditiert, die nicht mit Waffen gekämpft haben. In den vergangenen Jahren hat sich die Wahrnehmung jüdischer Reaktionen auf Verfolgung und Vernichtung deutlich ausdifferenziert.

Die Vielfalt von Handlungsweisen, die Forscherinnen und Forscher inzwischen auf Seiten der verfolgten Juden beschreiben, zeigt, dass von allgemeiner Passivität keine Rede sein kann. Die Formen, die widerständiges Verhalten annehmen konnte, hatte viel mit den Bedingungen im jeweiligen Land zu tun. Jüdische Traditionen oder der Grad der Assimilation spielten hier eine Rolle, vor allem aber die Einstellungen der lokalen Bevölkerung und die Art und Geschwindigkeit, in der die Nationalsozialisten die antijüdische beziehungsweise die Vernichtungspolitik umsetzten. Juden schlossen sich in Ländern, in denen sie in hohem Maße in die Mehrheitsgesellschaft integriert waren, eher den jeweiligen nationalen, meist kommunistischen oder sozialdemokratischen Gruppen an, denen sie auch schon in der Vorkriegszeit politisch nahestanden. Europaweit gab es verschiedenste widerständige Handlungen von Juden. Zu nennen ist hier neben bewaffneten Aktionen in Gettos und sogar in Vernichtungslagern das Wirken von Partisanen in verschiedenen Ländern, Fluchten in die Wälder und das Untertauchen auf der „arischen“ Seite. Untergrundorganisationen verteilten Flugblätter und Zeitschriften, manch einer versuchte, die Arbeit in den Fabriken und Werkstätten in den Gettos zu sabotieren.