Sachbücher

Kreuzberger Predigten PDF

Anfangs wurden nur vereinzelt reichsdeutsche Kreuzberger Predigten PDF ins Lager eingeliefert und auch nur für kurze Zeit. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges gingen die Nationalsozialisten vor allem im besetzten katholischen Polen gegen Geistliche vor.


Författare: Matthias Linke.

Predigen aus Überzeugung und mit Leidenschaft stellt sich auch unbequemen Fragen und Themen. Und Predigt als Schriftauslegung sieht sich auch Texten verpflichtet, die weniger häufig in Kanzelreden zu hören sind. Das gilt besonders für Texte der Hebräischen Bibel, unseres Alten Testaments. Der Autor, der neben seinem Pastorat in Berlin-Kreuzberg auch als Lehrbeauftragter an der baptistischen Hochschule in Elstal bei Berlin Griechisch unterrichtet, verfolgt im vorliegenden Band ein doppeltes Anliegen: Jona, den biblischen Sprichwörtern und Hiob-Texten neu Gehör zu verschaffen und Fragen zu thematisieren, die die öffentliche Wahrnehmung des Jahres 2014 wesentlich prägten. Dazu trägt der Kontext seiner Gemeinde, der quirlige Stadtteil Berlin-Kreuzberg, in erheblichem Maß bei.

Polnische Geistliche hatten großen Einfluss in ihrer Nation. Sie wurden aus ihrer Heimat nun fast gänzlich entfernt. So begann die SS gegen Ende 1940 damit, alle Geistlichen, unabhängig von der Konfession, aus den Konzentrationslagern ins Lager Dachau zu überstellen. Die Geistlichen wurden in den drei nebeneinander liegenden Wohnbaracken Block 26, 28 und 30 untergebracht. Im Januar 1941 wurde in Block 26, Stube 4, auf Befehl des RFSS Heinrich Himmler für die Geistlichen eine Kapelle eingerichtet.

Januar an konnten die Geistlichen dort täglich Gottesdienst feiern. Hierbei war jeweils ein SS-Wachmann zur Aufsicht anwesend. Die Priester waren im Winter mit dem Schneeräumen beauftragt. In Holzschuhen fuhren sie Schubkarren mit Schnee oder trugen ihn auf Brettern vom Häftlingsgelände. Im März setzte die SS viele auf der Plantage, im Freiland II, ein. Ende März 1941 wurden sie von den Arbeitskommandos abberufen und mit der täglichen Verteilung des Essens im Lager beauftragt.

Ihre Wohnblocks teilte die SS nun mit Drahtzäunen ab, der Kontakt zu normalen Häftlingen war ihnen untersagt. April 1941 erhielten alle Geistlichen eine größere Brotration und andere Vergünstigungen, zum Beispiel täglich einen Viertelliter Kakao, einen Viertelliter Messwein und einen Achtelliter Bier. Die Lebensmittelprivilegien waren vom Vatikan finanziert. Einmal wöchentlich wurden die Priester gewogen, zweimal pro Woche nahmen sie ein Bad. Einerseits ermöglichte die Separierung die vom Vatikan für seine Geistlichen geforderten Hafterleichterungen.

Andererseits entzog man die übrigen Häftlinge dem Einfluss der Seelsorger. Man warf ihnen vor, arbeitsscheu zu sein. Im September 1941 entfiel das bessere Essen. September 1941 wurden die deutschen und österreichischen Geistlichen auf Block 26 untergebracht, Block 26 war nun allein abgezäunt. Die SS verfügte, die Fenster der Kapelle weiß zu streichen, damit Häftlinge keinen Einblick mehr hätten und Missgunst verringert würde. Die restlichen Geistlichen fasste man in den beiden bald völlig überfüllten Blöcken 28 und 30 zusammen.

Aufgrund der vorherigen Privilegien sahen sich die meisten der polnischen katholischen Geistlichen nun der Missgunst anderer Häftlinge ausgesetzt und bekamen verstärkt Erniedrigungen zu spüren. Im April wurde die Diskriminierung der polnischen und litauischen Geistlichen gegenüber den restlichen Geistlichen verschärft. Block 26 bei den deutschen und österreichischen Geistlichen. Die große Anzahl der polnischen hingegen durfte dies nicht. Sie wurden stattdessen den normalen Arbeitskommandos zugeteilt. Insgesamt verstarb fast die Hälfte der inhaftierten polnischen Geistlichen.

Ein Umschwung kam erst Ende 1942, als die Beschränkung bei Paketen aufgehoben wurde. Priester, vor allem polnische, bekamen mehr Pakete als andere, da sie auch von ihren Pfarrgemeinden bedacht wurden. Vor den Pfarrerblocks bildeten sich nun Reihen von Bittstellern, viele waren russische Häftlinge, die nie Pakete aus der Heimat erhielten. Durch den Tauschhandel konnten polnische Geistliche nun wieder in bessere Kommandos gelangen.