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Kriegs-Kultur PDF

Feldherren oder Offiziere, sondern auch an einfache Soldaten erinnern, entstanden erst seit der Französischen Revolution 1789 und den nach 1810 folgenden Befreiungskriegen in Deutschland. Damals wurde die Kriegsführung durch Freiwilligen-Milizen und später die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht vergesellschaftet und gleichzeitig radikalisiert. Erstmals war die breite Masse der Völker als Akteur vom Krieg betroffen. Der preußische König Friedrich Kriegs-Kultur PDF III.


Författare: Martin van Creveld.
Vom Wesen des Krieges
Der Krieg hat seine eigene kulturelle Welt hervorgebracht: Trotz aller technischen Entwicklungen im Lauf der Geschichte ist sein Wesen gleich geblieben. Der bekannte israelische Militärhistoriker Martin van Creveld sieht im Krieg eine Konstante menschlichen Verhaltens. Kriegslose Zeiten, so seine Überzeugung, werde es niemals geben.
Seit der europäischen Aufklärung wurde der Krieg als bloße Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln, also als Verfolgung von im Wesentlichen rationalen politischen Zielen angesehen. Genau dieser Ansicht stellt sich van Creveld entgegen. Die Wurzeln des Krieges sind allgemeinmenschliche – vor allem psychologische – und daher bleiben die anthropologischen Konstanten des Krieges im Wesentlichen immer gleich – trotz aller Veränderungen der Waffen, Taktik, Ausrüstung und des zivilisatorischen Standes. Er hat eine ganz eigene kulturelle Welt hervorgebracht, mit besonderen Regeln, Bräuchen, Uniformen, Paraden, Ehrenkodices, die heute weitgehend als irrational und archaisch abgelehnt werden. Wenn sie aber aus allgemeinmenschlichen Konstanten herrühren, werden sie auch in Zukunft Gültigkeit behalten.
Von der Kriegsbemalung zu den Tarnanzügen, von Bumerangs zu Bastionen: Menschliches Verhalten im Krieg bleibt gleich – vom Kriegsgeschrei am Beginn bis zu den Möglichkeiten und Optionen zur Beendigung eines Krieges.
In weiteren Kapiteln widmet sich der Autor dem Verhältnis von Geschichte und Krieg, der Spiegelung des Krieges in Literatur, Kunst und Denkmälern und schließlich der Frage, wie der Krieg – und der Friede – der Zukunft aussehen könnte.

März 1813 mit der Stiftung des Eisernen Kreuzes erstmals einen Orden, dessen Verleihung unabhängig von Stand und Dienstgrad war, der also auch dem einfachen Soldaten verliehen werden konnte. 1: Jeder Krieger, der den Tod für das Vaterland in Ausübung einer Heldenthat findet, die ihm nach dem einstimmigen Zeugnis seiner Vorgesetzten und Kameraden den Orden des eisernen Kreuzes erworben haben würde, soll durch ein auf Kosten des Staats in der Regimentskirche zu errichtendes Denkmal auch nach seinem Tode geehrt werden. Unter dieser Aufschrift werden die Namen aller zu dem Kirchspiel gehörig gewesenen Gefallenen eingeschrieben. Oben an die, welche das Eiserne Kreuz erhalten, oder desselben würdig gewesen wären. Ein Kriegerdenkmal kann grundsätzlich zwei unterschiedliche Funktionen haben. Es drückt Trauer um die Toten aus und soll die Angehörigen trösten, indem es dem Tod ihres Verwandten einen Sinn verleiht. Es zielt auf Heldenverehrung und will die Überlebenden auf das Vorbild der Gefallenen und den Staat und seine Ideale verpflichten.

Gedenktafel für das von der Schlacht bei Waterloo zurückkehrende Hamelner Landwehrbataillon Das älteste Hamelner Kriegerdenkmal dürfte die Tafel für das von der Schlacht bei Waterloo zurückkehrende Hamelner Landwehrbataillon sein. Die Schlacht bei Waterloo 1815 bedeutete die endgültige Niederlage Napoleons und damit Ende der französischen Herrschaft über Europa, für Deutschland allerdings auch die Restauration der Fürstenherrschaft statt bürgerlicher Freiheitsrechte. Die Tafel befindet sich heute an der Südwand der Garnisonkirche am östlichen Ende der Osterstraße. Der Text, der Gefallene nicht erwähnt, vermeidet eine Demütigung des Gegners und gedenkt dankbar der Ruhe und des Friedens, die der Sieg den Menschen gebracht hat. Ihre Inschriften verweisen auf die vorgeblichen Tugenden der Soldaten: Tapferkeit, Mut, Vaterlandsliebe, Treue, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Pflichterfüllung bis in den Tod. Gestiftet wurden die Denkmale, die in der Regel an zentralen öffentlichen Orten stehen, häufig von Kriegervereinen, seltener von den Gemeinden. Dem damaligen öffentlich vorherrschenden nationalen Selbstverständnis folgend werden die Ehrenmäler oft von der Siegesgöttin Viktoria, der Germania oder dem Adler mit ausgebreiteten Schwingen gekrönt.

Häufig ist der Obelisk als uraltes Siegeszeichen anzutreffen. Weg zur deutschen Einigung, zur Gründung des zweiten deutschen Reiches unter preußischer Vorherrschaft geebnet. Der Sieg über Frankreich löste auch in Hameln eine nationale Hochstimmung aus. Der lokale Kriegerverein sammelte bei der Bevölkerung 600 Taler für ein Denkmal. Mai 1872 wandte sich der Verein durch Obergerichtsanwalt Sertürner mit der Bitte an den Magistrat, ein vom Architekten Dreher entworfenes Denkmal auf dem Pferdemarkt aufstellen zu dürfen. Der Obelisk, ein altes Siegeszeichen, ist gekrönt vom Adler mit ausgebreiteten Schwingen.

Das Denkmal weist neben zahlreichen militärischen Symbolen als Hamelner Besonderheit Stilelemente der Weserrenaissance und auch das Stadtwappen auf. Nur die sieben gefallenen Offiziere und die zwölf gefallenen Unteroffiziere werden mit Namen genannt, während wir von den einfachen Soldaten nur ihre Anzahl lesen. Eine dritte Tafel hält die Namen von neun Hamelner Bürgersöhnen fest, die in anderen Truppenteilen dienten und ebenfalls fielen. Die meisten Soldaten starben bei der mörderischen Schlacht von Vionville am 16. Auf beiden Seiten wurden jeweils 16. Einzelne Kompanien des Hamelner Regiments verloren bis zu 48 Mann.

1875 gestaltete die Stadt den Invalidenplatz zu einem Park um und fasste den Obelisken durch ein Quadrat aus Ketten und vier Kanonenrohren ein. Die Kanonenrohre unterstreichen den wehrhaft-aggressiven Charakter des Denkmals. Gut 30 Jahre später gesellte sich ein weiteres Kriegerdenkmal hinzu, das Kolonialdenkmal. Es steht seitdem versteckt auf dem Garnisonfriedhof. Nach der 1968 beschlossenen Partnerschaft mit der französischen Stadt Saint Maur hatte der Rat den Invalidenplatz in Saint Maur-Platz umbenannt und meinte offenkundig, den französischen Gästen ein solches Denkmal an diesem Ort nicht zumuten zu können. 1971 fand es hier auf dem Garnisonfriedhof seinen Platz. Vertreter der beiden ersten Gruppen mit Namen genannt werden, während wir von den einfachen Soldaten nur ihre Anzahl lesen.

Die meisten Soldaten starben bei der überaus verlustreichen Schlacht von Vionville am 16. Weg zur Einigung des Deutschen Reiches unter Bismarck. Das löste auch in Hameln eine nationale Hochstimmung aus. Die hohe Anzahl der Toten allein aus Hameln führt uns eindrucksvoll den Widersinn von Kriegen vor Augen. Dieses Denkmal soll uns eine Mahnung vor den Folgen jeden Krieges und vor übersteigertem Nationalismus sein.

Von ihm muss die Hoffnung auf ein geeintes Europa und für eine friedvolle Zukunft ausgehen. Rückseite die Namen von acht heimischen Freiwilligen, die in Deutsch-Südwestafrika starben. Beide Tafeln wurden 1908 auf einem erhöhten Sockel aus Findlingen eingeweiht. In beiden Kriegen hat das deutsche Kaiserreich rücksichtslos seine kolonialen Interessen verfolgt. Die Weltmächte teilten damals China in Einflusssphären auf.

Juni 1900 der deutsche Gesandte in Peking, Freiherr von Ketteler, getötet wurde, rief alle europäischen Großmächte, aber auch Japan und die USA, auf den Plan. Die multinationale Streitmacht wurde dem deutschen General Alfred Graf Waldersee unterstellt. Freiwillige aus dem ganzen Kaiserreich meldeten sich, darunter zwei Offiziere, vier Unteroffiziere und 36 Mannschaften des Hamelner Regiments 164. Organisiert durch den Deutschen Flottenverein, das Deutsche Hilfskomitee für Ostasien, die Vaterländischen Frauenvereine etc. Hameln intensive Sammlungen für die Soldaten statt. China auf 1000 Jahre durch Euch in einer Weise bestätigt werden, dass nie wieder ein Chinese es wagt, einen Deutschen auch nur scheel anzusehen. Expeditionen wurden in China ganze Dörfer niedergebrannt und zahlreiche Menschen getötet.