Schule & Lernen

Leiblichkeit als Lebendigkeit PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Als Leib bezeichnet man leiblichkeit als Lebendigkeit PDF Philosophie und Theologie den lebendigen Körper von Menschen oder Tieren. Im theologischen Sinne wird mit der Rede vom Leib die Idee einer individuellen Verbindung aus Person und immaterieller Seele artikuliert, da der biologische Körper-Begriff nicht ausreicht, um einen Träger für diese Einheit zu bestimmen. Der Leib-Begriff ist im Christentum insbesondere bedeutend in Bezug auf den Leib Christi und den Ritus der Heiligen Kommunion.


Författare: Rolf Kühn.
Die Leiblichkeit als zunehmendes Thema interdisziplinärer Diskussion ist trotz gewichtiger phänomenologischer Ansätze bislang nicht aus ihrer welthaften Vergegenständlichung gelöst worden. Im Rückgriff auf den maßgeblichen französischen Phänomenologen Michel Henry, dessen Denken hier erstmals insgesamt dargestellt wird, erweist sich eine "Destruktion" des ausschließlich ekstatischen Erscheinungsprinzips in der abendländischen Philosophie als notwendig. Denn erst in der rein immanenten Selbstaffektion des Lebens als Identität von Ego und "Leib" ist das Wesen der Leiblichkeit im Sinne der Urphänomenalität auszumachen.
Diesen Weg zur transzendentalen Affektivität zeichnet das Buch systematisch wie "historial" nach, d.h. als Freilegung der meist ungenannt an-wesenden Immanenz als Wesensoffenbarung allen Erscheinens diesseits von Bewußtsein, Vorstellung und Unbewußtem. Im Anschluß an die eidetische Bestimmung der pathischen Strukturgesetzmäßigkeiten der absolut subjektiven Affektivität werden die gesellschaftlichen wie kulturellen Konsequenzen dieser neu aufgefundenen Leibrealität diskutiert. Diese führen insbesondere auch zu einer vorintentionalen Sicht der Inter-subjektivität im Sinne eines gemeinschaftlichen Mit-Pathos sowie zur Neubesinnung der Rolle gesellschaftlicher Arbeit und der Lebensselbstzerstörung im Rahmen wissenschaftlich-technischer Entwicklung.

Im Pantheismus steht er dagegen für die bewusstseinsfähige Erscheinung eines universalen Geistes in der Natur. Leiblichkeitskonzepte in der Philosophie beziehen sich vor allem auf den Zusammenhang von Körper und Bewusstsein. Der Begriff ist in diesem Sinne vor allem wichtig in der Phänomenologie. Edmund Husserl spricht vom Leib als „Nullpunkt“, und beschreibt ihn als „merkwürdig unvollkommen konstituiertes Ding“, das nur aus der Ersten-Personen-Perspektive erfahren werden kann, sich zugleich aber einer vollständigen Erfassung entzieht. Er steht hier für die Selbstreferenz des Leibes auf den Leib, gewissermaßen für den praktisch-motorischen Vollzug des Lebens, als „Medium zur Welt“. Fundamental ausgearbeitet, in Bezug gesetzt zur Naturwissenschaft und als Grundbegriff wertvoll für die Philosophie wurde der Leib-Begriff mit der Phänomenologie der Wahrnehmung von Maurice Merleau-Ponty.

Man kann davon sprechen, dass die Phänomenologie sich für eine ‚Leib-Körper-Differenz‘ stark macht. Christliche Anthropologie und das Menschenbild der Medizin. Tagung der Evangelischen Akademie Iserlohn vom 29. Gernot Böhme: Ethik leiblicher Existenz: Über unseren moralischen Umgang mit der eigenen Natur. Stefan Grätzel: Die philosophische Entdeckung des Leibes. Perspektiven für eine neue Kultur der Körperlichkeit.