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Polyphonie und Improvisation PDF

Dieser Artikel behandelt Polyphonie als Satztechnik in der Tradition der europäischen Musik. Polyphonie und Improvisation PDF der Mehrstimmigkeit in der Musik.


Författare: Klaus-Jürgen Roehm.
Ein bis jetzt von der Forschung wenig beachteter Aspekt im Werk des Autors Günter Grass ist seine eigenwillige Gestaltungsweise. Die vorliegende Studie liefert eine sorgfältige und einfühlsame Analyse der Grass'schen Kompositionsmethode am Beispiel der Rättin, seinem vorläufig letzten großen Erzählwerk. Die Untersuchung gipfelt in der Frage nach der Funktion der besonderen Gestaltung dieses Romans; die Methode der Darstellung steht in auffallender Spannung zum Dargestellten. Mit feinem Gespür wird die Verbindung mit dem Weltbild von Grass erkannt, und die Romanstruktur als Ausdruck seiner Haltung gegenüber den politischen und kulturellen Gegebenheiten aufgezeigt, mit denen er sich in seinem Erzählwerk auseinandersetzt.

In the research on the work of Günter Grass, little consideration has been given to his original way of structuring his novels. This study gives a careful and sensitive analysis of the compositional method employed by Grass in The Rat, his most recent full length novel. The examination culminates in the question about the function of the particular form of this novel; the method of representation stands in striking tension to that which is represented. With perceptive insight, the form is understood in connection to Grass's world view and shown as expression of his attitude towards the political and cultural realities that he deals with in this novel.

Das Wort polyphonia erscheint in dieser Bedeutung erstmals um 1300, wird bis zum 18. Im Deutschen wird häufig zwischen musikalischer Mehrstimmigkeit als allgemeinerem Phänomen und Polyphonie als Satztechnik in der europäischen Musik unterschieden, wohingegen das Englische den Begriff polyphony für beides, also in einer allgemeineren Bedeutung verwendet. Polyphonie bedeutet in der Musik die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Stimmen eines Stückes. Jahrhundert entwickeln sich in Europa bestimmte Techniken der Polyphonie, die Ende des 18. Jahrhunderts zurücktreten, aber in der Musik des 20. Der Begriff Polyphonie wird als Abgrenzung zu anderen musikalischen Phänomenen gebraucht. Polyphonie kann die Selbstständigkeit zusammenklingender Stimmen bezeichnen.

Polyphonie in diesem Sinn ist eine Form der Mehrstimmigkeit, bei der die einzelnen Stimmen im Wesentlichen gleichwertig sind. Dies wird erreicht, indem ein Komponist ihren Verlauf nach den Regeln des Kontrapunkts führt. Polyphone Musikstücke sind in ihrer inneren Struktur stark linear bzw. Sprachgebrauch kann Polyphonie einfach Mehrstimmigkeit bedeuten im Gegensatz zur Einstimmigkeit.

Die Satztechnik der Polyphonie kann sich von Varianten der Heterophonie abgrenzen. Dies ist im Grunde ein Gegensatz zwischen schriftgebundener und schriftunabhängiger Mehrstimmigkeit. Der Begriff ist für improvisierte und traditionsgebundene Mehrstimmigkeit kaum anwendbar. Er ist zudem stark von Lehrmeinungen des 19. Die schriftlich festgelegte Mehrstimmigkeit entwickelte sich in der europäischen Vokalmusik im Spätmittelalter.

Sie steht im Zusammenhang mit dem Universalienproblem der Scholastik. Erste zweistimmige musikalische Aufzeichnungen im Zusammenhang mit Gregorianischem Gesang zeigen sich beim Organum seit dem 9. Vermutlich spiegeln sie anfänglich eine Praxis musikalischer Improvisation wider. Die Weiterentwicklung des Discantus im 12.

Die neuen Ausdrucksmöglichkeiten der Ars nova fördern im 14. Jahrhundert die Entstehung einer weltlichen, höfischen Vokalpolyphonie. Nun galt die zunehmend zurückgedrängte Imitation zwischen den Stimmen als Merkmal der Polyphonie. Allgemein ließ das Aufstreben der Instrumentalmusik die Polyphonie zurücktreten und begünstigte einen architektonischen Aufbau längerer musikalischer Sätze in periodischer Gliederung. Die romantische Musik entdeckte die koloristische, nicht strukturell gehörte Wirkung der Polyphonie. Richard Wagner hat zur Überwindung der musikalischen Periodik eine Art akkordische Polyphonie entwickelt, bei der sich die einzelne Stimme im Gesamtklang auflöst.

Jahrhunderts, etwa Arnold Schönberg, haben sich gegen diese Art Gemeinschaftserlebnis aufgelehnt und ältere Vorstellungen von Polyphonie, verbunden mit einer neuen Behandlung der Dissonanzen, wieder aufleben lassen. Joseph Jordania: Who asked the first Question? The Origin of Human Choral Singing, Intelligence, Language and Speech. Institute of Classical, Byzantine and Modern Greek Studies.