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Rechtspflege, Sache des ganzen Volkes? PDF

Hegel ist rechtspflege, Sache des ganzen Volkes? PDF Weiterleitung auf diesen Artikel. Hegels Philosophie erhebt den Anspruch, die gesamte Wirklichkeit in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen einschließlich ihrer geschichtlichen Entwicklung zusammenhängend, systematisch und definitiv zu deuten.


Författare: Felix Herzog.
Unter der Parole "Rechtspflege – Sache des ganzen Volkes" galt der Aufbau von gesellschaftlichen Gerichten in der DDR als ein wesentlicher Schritt zur Überwindung der "Volksfremdheit des bürgerlichen Rechts" und zur Errichtung einer sozialistischen Gerichtsbarkeit, die den "Kampf gegen alle Erscheinungen der Kriminalität" zur "gemeinsamen Sache der sozialistischen Gesellschaft ihres Staates und aller Bürger" machte.
Mitte der 80er Jahre waren 280.000 Bürgerinnen und Bürger als Mitglieder von gesellschaftlichen Gerichten an dieser Aufgabe beteiligt. In der westdeutschen Strafrechtsreformdiskussion der 60er und 70er Jahre galten die Gesellschaftsgerichte der DDR als ein durchaus beachtenswertes Modell des Umgangs mit sogenannter Bagatellkriminalität. Es wurde aber auch warnend auf die politische Lenkung, auf ihre ideologische Einbindung und ihre Instrumentalisierung durch den sozialistischen Staat hingewiesen. Mit seinen Studien zur Ideologie und Praxis der gesellschaftlichen Gerichte ermöglicht der Verfasser eine differenzierte Einschätzung.

August 1770 in Stuttgart geboren und wuchs in einem pietistischen Elternhaus auf. Vermutlich seit 1776 besuchte Hegel das Gymnasium illustre Stuttgarts, das seit 1686 ein Ausbildungszug am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgarts war. 89 nahm Hegel in Tübingen an der Eberhard Karls Universität das Studium der Evangelischen Theologie und Philosophie auf. Nach zwei Jahren erhielt Hegel im September 1790 den Grad eines Magisters der Philosophie, 1793 wurde ihm das theologische Lizenziat verliehen.

Hegels Abschlussbescheinigung besagt, dass er gute Fähigkeiten und vielfältige Kenntnisse gehabt habe. Im Sommer 1792 nahm Hegel an den Versammlungen eines revolutionär-patriotischen Studentenclubs teil, der Ideen aus Frankreich nach Tübingen brachte. Nachdem Hegel die Hochschule verlassen hatte, erhielt er 1793 eine Anstellung als Hauslehrer in Bern, wo er den Kindern des Kapitäns Karl Friedrich von Steiger Privatunterricht geben sollte. Die vergleichsweise liberalen Ideen der Steigers fielen bei Hegel auf fruchtbaren Boden.

Hegel verbrachte die Sommer mit den Steigers auf ihrem Weingut in Tschugg bei Erlach, wo ihm die Privatbibliothek der Steigers zur Verfügung stand. In Bern hielt Hegel sein Interesse an den revolutionären politischen Ereignissen in Frankreich aufrecht. Fraktion, weil er zunehmend ernüchtert wurde durch die übermäßige Brutalität der jakobinischen Schreckensherrschaft. Ein anderer Faktor in seiner philosophischen Entwicklung kam aus seinem Studium des Christentums.