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Rudolf Bultmann und seine Zeit PDF

Historizität des Alten Testamentes etwas zu sagen, würde den Rahmen der Jugendkatechese sprengen. Sicherlich sinnvoller ist es, sich auf die Evangelien zu rudolf Bultmann und seine Zeit PDF. Ein weiteres ist wichtig: Die Glaubwürdigkeit im historischen Sinne ist notwendig, damit das, was berichtet wird, auch angenommen werden kann. Ein Verkehrsunfall kann exakt dokumentiert sein: er muss mein Leben nicht notwendigerweise prägen und verändern, wie es mein Glaube tut.


Författare: Konrad Hammann.

Die befreiende Wahrheit des christlichen Glaubens sachgemäß und gegenwartsbezogen zugleich auszusagen, war ein zentrales Motiv der theologischen Arbeit Rudolf Bultmanns. Dies prägte auch seinen Dialog mit anderen Gelehrten. Erörterte er mit Hermann Gunkel Fragen der Formgeschichte, so setzte er sich mit dem Glaubensbegriff Wilhelm Herrmanns und mit Karl Barth über die Bestimmung des Verhältnisses zwischen Christologie und Soteriologie kritisch auseinander. In seiner Begegnung mit dem Judentum und im Austausch mit seinem philosophischen Meisterschüler Hans Jonas verband Bultmann theologische Einsichten mit der Empathie der Humanität. Konrad Hammann vergegenwärtigt biographische und theologische Konstellationen, die das kommunikative Denken Bultmanns eindrücklich zu erkennen geben.

Auch wenn ich historisch sauber und umfassend beweisen könnte: Jesus hat die verdorrte Hand wirklich geheilt, so muss der Glaube doch noch mindestens einen Schritt weiter tun und sagen: Der das getan hat, Jesus Christus, hat damit ein Wunder vollbracht, das mir hilft, ihn als Messias, als Heiland der Welt, anzunehmen. Wunder führt zum Glauben an Ihn, in dem alle Kräfte des Heils wirken. Mit anderen Worten: Zwischen den glaubwürdig bezeugten Ereignissen und der persönlichen Annahme des Glaubens an Gott muss die Brücke des Vertrauens von Person zu Person – von Mensch zu Gott – gespannt werden. Berichtet mir ein guter Freund, zu dem ich volles Vertrauen haben darf, eine Begebenheit, die ungewöhnlich, unwahrscheinlich, außergewöhnlich ist : ich bin eher bereit, ihm das zu glauben, weil ich ihm glaube, der mir das berichtet. Den Evangelisten ging es nicht darum, historische Ereignisse zu berichten.

Nicht darum, was Jesus getan hat, sollte dargestellt werden, sondern wer er für uns ist. Und um das zu erreichen, haben sich die Evangelisten allerhand Stilmittel bedient, z. Trotzdem wird man die eine Frage stellen müssen: Wie soll das gehen, zu zeigen, wer Jesus ist, wenn nicht zugleich auch gezeigt wird, was er getan und gesagt hat? Und eine wesentliche Eigenschaft des Glaubens ist es übrigens, den Verstand nicht auszuschalten, sondern ihn zu seiner eigentlichen Bestimmung zu erheben.

Dass dieser Apostel der „ungläubige“ genannt wird, ist ein wenig unglücklich ausgedrückt. Thomas sehen, auch schon der antike . Es gibt auch den unlauteren Glauben, der immer neue Bedingungen erfindet, nach deren Erfüllung man bereit ist zu glauben: Wenn z. Das Beispiel des Thomas zeigt noch ein Weiteres: Der Glaube hat für uns immer einen Bezugspunkt, von dem alles ausgeht und zu dem alles hinführt. Der Bezugspunkt für unseren Glauben ist ein geschichtliches Ereignis: die Auferstehung Jesu von den Toten am dritten Tag nach seiner Hinrichtung am Kreuz.

Die Kreuzigung Jesu ist ein historisch fassbares und datierbares Ereignis. Jünger durch die Auslegung der Schrift durch Jesus eine neue Sicht der Dinge. Sie beginnen zu verstehen, weshalb Jesus diesen Weg des Leidens und Kreuzes gehen musste. Das heißt: Die ganze Heilige Schrift dürfen wir auf Christus bezogen lesen. Die Auferstehung Jesu ist das zentrale Ereignis, von dem aus alles andere verstanden werden muss. Erst nach seiner Auferstehung wird ihnen der Sinn vieler Worte klar, so z. Man darf nicht einwenden, diese Vorgehensweise sei unhistorisch oder verstelle den Blick auf die historische Gestalt des Jesus von Nazareth.

Ein Beispiel aus der allseits bekannten jüngeren Geschichte mag verdeutlichen, dass man immer wieder von „Schlüsselereignissen“ ausgeht, um die Mitte einer Person und seine Botschaft zu verstehen. Wir wählen der Einfachheit halber das – zugegebenermaßen negative – Beispiel einer „Unperson“: Adolf Hitler. Die Apostelgeschichte berichtet von der Wahl des Nachfolgers des Judas Iskariot. Johannes berichtet in seinem Evangelium vom Tod Jesu: Ein Soldat stößt mit der Lanze in seine Seite, und heraus fließen Blut und Wasser – nicht nur symbolisch, sondern wirklich, physisch, real. Lukas beginnt sein Evangelium mit einem „Prolog“. Dort legt er dar, dass er allem, worüber er berichtet, sorgfältig nachgegangen sei und bemüht ist, es richtig und der Reihe nach zu berichten. Wunder sind an sich noch keine zwingende Gründe für den Glauben.

Dass bestimmte „wunderbare“ Dinge sich tatsächlich ereignet haben, wird selbst von den Gegnern Jesu nicht bestritten. Man sagt landläufig: Bei einem Wunder, wenn sie denn geschähen, würden die „Naturgesetze“ „durchbrochen“. Gesetzen der Natur, dass ein Toter sich wieder aufrichtet und weggeht. Oder dass jemand plötzlich von einer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Oder dass von fünf Broten und zwei Fischen eine sehr große Menschenmenge satt wird. Oder dass Jesus auf dem Wasser geht. Wir stoßen hier aber auf zwei Schwierigkeiten.

Die erste Schwierigkeit ist der Text der Evangelien. Jesus erzählt vom Leben bei Gott. Ohne in einen Fundamentalismus zu verfallen, müssen wir doch sagen: Die Berichte der Evangelien sind Zeugnisse, nicht Erzeugnisse der Evangelisten. Eine zweite Schwierigkeit tut sich auf: Was wissen wir von den Naturgesetzen? Gerade in den letzten Jahrzehnten hat man erkannt, dass hier von einer statischen Eindeutigkeit nicht die Rede sein kann. Es gibt nicht „die“ Natur, sondern nur das, was wir bisher an ihr erkannt haben. Dem entgegen steht die biblische Sicht von Gott: Gott ist Schöpfer, und er ist treu.

Er leitet es und offenbart sich durch machtvolle Taten. Und er handelt in Jesus Christus. Insofern ist es ein Zeichen seiner Liebe und väterlichen Treue, dass er in Jesus Christus wunderbar handelt. Für den Bischof und Kirchenlehrer Augustinus sind die Wunder, die das Neue Testament von Jesus berichtet, gerade nicht erstaunlich. Denn er weiß: Gott hat ja dieses Wunder gewirkt. Erstaunlich wäre, wenn ein Mensch es gewirkt hätte.