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Tod des Körpers – Auferstehung des Leibes PDF

Europäer an ein Leben nach dem Tod. Dabei scheinen der Phantasie tod des Körpers – Auferstehung des Leibes PDF Grenzen gesetzt zu sein: Von der Wiedergeburt mit oder ohne Karma, über das Entschweben in eine andere Dimension, dem Entgleiten in den Himmel mittels vorbeiziehender Kometen bis hin zum klassischen Himmel mit oder ohne Hölle und Fegefeuer. Tod kommt, umso weniger leidet der Mensch unter den Schmerzen seiner Krankheit oder Verwundung.


Författare: Adriana Kapsreiter.

Dieses Buch widmet sich sowohl der Bedeutung der ersten christlichen Bildwerke am Grabe, als auch den zeitgleichen Vorstellungen zu Tod und Jenseits. Im Zentrum steht dabei die genauere Analyse des Sarkophags S. Maria Antiqua, der als sehr frühes Exemplar eines Sarkophags mit eindeutig christlichen Reliefdarstellungen anzusehen ist. Anhand dieses Beispiels soll gezeigt werden, wie intensiv das frühe Christentum in Sepulkralkunst und Bestattungskultur durch das interkulturelle Amalgam der spätantiken römischen Gesellschaft beeinflusst wurde. Ein wichtiger Schlüsselbegriff ist dabei der Leib, dem in der christlichen Vorstellung die Auferstehung am Jüngsten Tage zuteil wird, während sich die pagane Sepulkralkultur mehr auf den Körper als sterbliche Repräsentation der diesseitigen Identität zu konzentrieren scheint.

Das ist allerdings – auch nach Auffassung der Kirche – keine biologische Selbstverständlichkeit wie zum Beispiel die Verwandlung einer Raupe zu einem Schmetterling. Nein, die Kirche bezeichnet das Sterben eines Menschen schon als ein Unglück: Denn die Seele verliert mit dem Leib ihre Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, der Wissensaneignung, der Ausdruckfähigkeit von Gefühlen und noch vieles mehr. Dabei scheint das eigentlich Bedrückende im Tod nicht der leibliche Schmerz zu sein – wovor die Menschen heutzutage verständlicherweise am meisten Angst haben – sondern die zunehmende Einsamkeit. EEine Seele, die ihres Leibes beraubt ist, ist ihres „Weltbezuges“ beraubt, denn der Leib, der der Seele bislang ihren Ort in unserem Universum gab, ist ihr genommen. Sie bildet sozusagen ein Universum für sich. Nun hindert sie nichts mehr, ihren seelischen Regungen, die sie sich im Laufe ihres Lebens zueigen gemacht hat, freien Lauf zu lassen. Hier spricht die Kirche von drei verschiedenen Zuständen: Himmel, Hölle und Fegefeuer.

Hölle wird doch wohl kaum einer freiwillig aufsuchen, oder? Im Grunde ist aber jede Seele ein Ort für sich. Es handelt sich eher um die Art, wie die Seele nun das Universum ihrer eigenen Einsamkeit prägt. Vereinzelung durch den Verlust des eigenen Körpers kein großes Unglück. Gott in der Nähe zu sein, der das eigene Verhalten als moralisch verwerflich abqualifiziert. Alles in allem: Einem solchen Menschen geht es ziemlich schlecht – und trotzdem wird er eher die Einsamkeit wählen als ein Leben in der Gegenwart Gottes.

Nun: Gott gewährt ihm diesen Wunsch. Es gibt allerdings auch Menschen, die sich auch ein wenig – oder ein wenig mehr – nach der Gegenwart Gottes gesehnt haben. Die in allem, was sie getan haben, immer auch den Versuch sahen, Gott näher zu kommen. Menschen, die manchmal sogar Zeit aufgebracht haben, Gott nahe zu sein – natürlich meistens mit Hintergedanken. Naja, man hat halt seine Bitten und Anliegen.

Es ist unser Glaube, dass Gott zu dem kommt, der ihn ruft. Bittet, so wird Euch gegeben, klopfet an, so wird Euch aufgetan. Während die pure Seele leiblos zu niemanden Kontakt aufnehmen kann, kann Gott sich sehr wohl dieser Seele zeigen. Gottesschau nennt die Bibel dieses unsagbare Glück. Klingt aber ziemlich langweilig, wirst Du wohl denken. Das habe ich auch immer gedacht, wenn davon die Rede war, dass wir im Himmel endlich Gott sehen werden, wie er ist. Wenn in dem bisherigen Leben dieser bedauernswerte Mensch Gott lediglich als eine Art Bittenerhörer betrachtet hat, dessen einzige Funktion die Wunscherfüllung war, wird sich die Sehnsucht und Freude des Menschen nicht zunächst auf Gottes Gegenwart richten – sondern in IHM lediglich ein Mittel zum Zweck sehen: Oh, Gott, gut, dass Du hier bist!

Könntest Du mir vielleicht sagen, wo ich hier jemaden treffen kann? Weißt Du, wo die nächste Fete ist? Es dauert einfach seine Zeit, bis ein solcher Mensch begreift, dass Gott sich nur wirklich zeigen wird, wenn er um seiner selbst willen erwünscht ist. Deshalb spricht die Kirche auch vom „Purgatorium“ – dem Reinigungsort. Der Glaube an Gott und die Liebe zu ihm ist schon da – gottseidank. Allerdings noch verunreinigt, vermengt mit ziemlich irrigen und unangenehmen Vorstellungen von Gott.

Nun, daraus ergibt sich auch, was wir dann unter Himmel verstehen: Die reine Gottesschau. Sie ist „selig“ im irdischen und im himmlischen Sinne. Und noch etwas: Einer solchen, wunderschönen Seele gewährt Gott sogar die Gemeinsamkeit mit anderen Seelen. Das können die natürlich nicht aus eigener Kraft, denn auch die Seelen im Himmel sind noch ihres Körpers beraubt. Nun ist das allerdings nicht das Ende aller Dinge.

Tag der Wiederkunft Christi“ – dessen genauer Termin allerdings nicht bekannt gemacht wurde. Was, so denke ich mir, eigentlich ganz gut ist. Gott sehen – ob sie wollen oder nicht. Die Toten werden auferstehen – sie bekommen den Leib wieder, der ihrer Seele entspricht. Okay, ich gebe zu, auch das bedarf einer Erläuterung. Dem widerspricht das, was Jesus uns sagt – und übrigens auch, was Jesus uns in seiner eigenen Auferstehung gezeigt hat.

Der auferstandene Jesus ist eben kein Geist, keine leiblose Gestalt. Begegnungen des Auferstandenen ißt Jesus ausdrücklich vor den Augen seiner Jünger. Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum laßt ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst.