Romane & Erzählungen

Trauma und Konflikt PDF

Trauma und Konflikt PDF bin ich geworden, wer ich bin? Algerien und Frankreich: Vom Kolonial- zum Erinnerungskrieg?


Författare: Anne-Marie Schlösser.

Der Titel »Trauma und Konflikt« markiert nicht nur die »Geburt der Psychoanalyse« vor 100 Jahren, als Freud die Traumatheorie in Frage stellte und die Bedeutung des unbewußten Konfliktes erkannte. Die Dichotomie von Trauma und Konflikt ist immer noch Gegenstand kontroverser Diskussionen. Wie wirken sich realtraumatische Katastrophen wie Gewalt, Mißbrauch, Vertreibung und existentielle Bedrohung auf das Individuum aus? Mit welchen inneren Verformungen reagiert der Betroffene und welche nichtneurotischen Möglichkeiten der Bewältigung gibt es? Wie stellen sich die erlittenen seelischen Verwundungen in psychoanalytischen Behandlungen dar? Kann ein Trauma überhaupt jemals bewältigt werden?
Der Band vereinigt die Beiträge der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie, die im September 1997 in Fulda stattfand.

Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Washington D. Immer, wenn ein französischer Präsident Algerien besucht, liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Medien auf beiden Seiten des Mittelmeers schauen genau hin, wenn die Präsidenten beider Länder symbolische Gesten austauschen, und wägen die Worte ab, mit denen der prominente Gast die bilateralen Beziehungen charakterisiert. Algerien und Frankreich verbindet eine konfliktträchtige Beziehungsgeschichte. Konflikte der zweiten Hälfte des 20.

Krieg der Extreme: Mit rund 400. Auch in der nachkolonialen Erinnerung ragt der algerische Fall heraus. Das blutige Ende der Algérie française steht seit den 1990er Jahren im Mittelpunkt massiver Debatten um das koloniale Erbe Frankreichs und Europas. Warum nahm gerade Französisch-Algerien ein solch blutiges Ende?

Erstens war Algerien Frankreichs erste und wichtigste Kolonie im 19. Ab 1830 erobert, wurde das Land zu einer Art „kolonialer Provinz“. Algerien bildete das Prestigeobjekt einer ambitionierten Assimilationspolitik und war maßgeblich mit den politischen Strukturen der Metropole verwoben. Zweitens war Algerien neben Südafrika die größte europäische Siedlungskolonie Afrikas. 1954 befanden sich fast eine Million Europäer im Land und dominierten die exportierten staatlichen Strukturen, auch dank einer verschärften Diskriminierungspolitik gegenüber der algerischen Bevölkerungsmehrheit. Durch die Siedler setzte Frankreich im Vergleich zu vielen britischen Siedlungskolonien der Selbstregierung klare Grenzen. Drittens wirkte sich die Art des antikolonialen Widerstands auf den Verlauf der Dekolonisation aus.