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Unaufhebbare Gewalt PDF

Germanist, Publizist unaufhebbare Gewalt PDF Mäzen, dessen Wirken von der Literaturwissenschaft bis zur sozialwissenschaftlichen Gewaltanalyse reicht. Jan Philipp Reemtsma ist der Sohn des Unternehmers Philipp Fürchtegott Reemtsma.


Författare: Liebsch Burkhard.

Dieses Buch bietet in 15 Studien von Platon und Aristoteles über T. Hobbes, C. v. Clausewitz, C. Schmitt, E. Fink bis hin zu J. Derrida, E. Levinas, C. Mouffe, J.-L. Nancy und P. Ric¿ur eine umfassende Einführung in die Problematik des Politischen – im Lichte unaufhebbarer Gewalt.



Schon oft wurde behauptet, das Politische sei bereits durch die Griechen der Antike oder spätestens durch Machiavelli entdeckt worden. Doch statt sich seitdem als »unser Schicksal« darzustellen, wie es ein napoleonisches geflügeltes Wort besagt, scheint es längst wieder »selten« geworden zu sein, wie J. Rancière und andere feststellen, die der Vitalität des Politischen zu neuem Recht verhelfen wollen. Statt auf einen »ursprünglichen« Begriff des Politischen zurückzugreifen, sah man sich dazu gezwungen, ein »Gegengedächtnis« (N. Loraux) gegen ein vorherrschendes Verständnis des Politischen aufzubieten, das im Verdacht steht, den Sinn dieses Begriffs bis heute verkannt zu haben.



Dieses Verkennen betrifft, wenn wir Phänomenologen des Politischen folgen, ausgerechnet das, was eine politische Welt ausmachen müsste, die ihren Namen verdient. Darüber aber beginnen wir uns erst im Lichte einer eminent zerstörerischen Weltlosigkeit klar zu werden, die maßgeblich von H. Arendt beschrieben worden ist. So kommt eine ganz neue, nachträgliche Befragung des Politischen in einer Zeit in Gang, die der Zerstörung des Politischen selbst verdächtig war. Zugleich setzt die Befragung des Politischen mit nicht beschönigter Gewalt ein, deren Erkundung P. Ric¿ur zu einer erst in Angriff zu nehmenden Forschungsaufgabe erklärte. Demnach müsste es zunächst darum gehen, die »Welt der Gewalt« eingehend zu erforschen. Dann erst wäre ggf. zu zeigen, wie politisches Leben möglich ist, das der Herausforderung ¿der¿ Gewalt standzuhalten verspricht. Ob es dabei um eine Aufhebung der Negativität der Gewalt gehen kann, wie man es sich mit Hegel vorstellt, steht dahin.

Auch das ist eine philosophische Forschungsfrage ersten Ran¬ges, der man sich weder durch einen dialektischen Versöhnungsoptimismus noch auch durch eine pauschale Affirmation der Unaufhebbarkeit jeglicher Gewalt einfach entziehen sollte. Wo (wie bei C. Mouffe) Versöhnung für unmöglich gehalten und sogar verweigert wird, muss man sich doch fragen, ob die Hoffnung auf Beseitigung einschneidender Gewalt so leicht preiszugeben ist.

Kann einer sozialphilosophisch gewendeten Dialektik wirklich nur eine Lobrede auf unaufhörlichen Kampf gegeneinander entgegengesetzt werden, der jede Welt früher oder später zu spalten droht? Gilt es nicht dritte Wege zu erkunden, auf denen sich die politische Phantasie nicht derart beschränken lassen dürfte?

Er studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. Lebensjahres durfte er laut Testament über sein Erbe verfügen. April 1996 war er Opfer der Reemtsma-Entführung. Seine Verschleppung, Gefangenschaft und Befreiung hat er im Buch Im Keller geschildert und reflektiert. Es gelang ihm danach, den Entführer durch von ihm beauftragte Ermittler in Südamerika ausfindig zu machen und so der Strafjustiz zu übergeben. Um dem herzkranken Dichter Arno Schmidt Unabhängigkeit zu gewährleisten, bot Reemtsma ihm 1977 den damaligen Wert eines Nobelpreises in Höhe von 350. Als Mitherausgeber zahlreicher Werkausgaben Christoph Martin Wielands war Reemtsma maßgeblich an der Wiederherstellung von Wielands bei Weimar gelegenem und lange vernachlässigtem Gut Oßmannstedt beteiligt, das am 25.

Juni 2005 als Museum und Forschungsdomizil neu eröffnet wurde. Dieses Institut hat etwa 60 Mitarbeiter, gibt die Zeitschrift Mittelweg 36 heraus und finanziert sich aus dem Stiftungsvermögen. 1984 gründete Reemtsma die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und förderte als ihr Vorstand zahlreiche Editionen, unter anderem von Theodor W. 1986 trug er mit zur Finanzierung der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte bei, die auf Grund einer Initiative des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Hamburg, Klaus von Dohnanyi gegründet worden war. Reemtsma ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Februar 2009 ist Jan Philipp Reemtsma Inhaber der Schillerprofessur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für Jürgen Habermas hielt Reemtsma 2001 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die Laudatio, desgleichen am 25.