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Van de Veldes Kunstgewerbeschule in Weimar PDF

Als sechstes von acht Kindern wurde Henry in eine Apothekerfamilie hineingeboren. Sein Vater, der wohlhabende Brüsseler Guillaume Charles van de Velde, organisierte nebenher Festivals für berühmte internationale Komponisten. Henry van van de Veldes Kunstgewerbeschule in Weimar PDF Velde studierte ab 1882 Malerei in Antwerpen bei Charles Verlat.


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Im Februar 2010 wurde die ehemalige Kunstgewerbeschule nach ihrer Sanierung der Bauhaus-Universität Weimar zur Wiedernutzung übergeben. Das Buch beschreibt den Werdegang Henry van de Veldes vom 'Kunstgewerbler' zum Architekten und schlägt den Bogen von der Gründung der Schule über die Nutzung durch das Bauhaus und im Dritten Reich sowie durch die Hochschule für Architektur und Bauwesen in der DDR bis zur Nachwendezeit, als die Fakultät Gestaltung das Gebäude bezog. Dabei werden auch alle baulichen und anderen Veränderungen und Umbauten, die stattgefunden haben, beleuchtet. Ebenso spielt der Status als UNESCO-Weltkulturerbe eine Rolle. Am Ende kann der Leser sich auf einen Rundgang durch das sanierte Haus begeben.

Van de Velde gilt als einer der vielseitigsten Künstler des Jugendstils bzw. Von ihm ging eine fundamentale Erneuerung der angewandten Kunst aus. Seine Arbeiten in unterschiedlichen Materialien überwanden das gegenständliche Decorum des späten 19. Die Villa Esche in Chemnitz gilt als van de Veldes erster Wohnhausauftrag in Deutschland. 1894 seine Laufbahn als Maler abbrechen und sich der Architektur und angewandten Kunst zuwenden.

Van de Velde erhob die Linie zum alleinigen Ausdrucksträger seiner Objekte, exemplarisch gesteigert zur plastischen Form erscheint sie in den berühmt gewordenen Kandelabern von 1898, die für den Freund und Mäzen Harry Graf Kessler angefertigt wurden. Kurz nach der Jahrhundertwende wurde van de Velde Leiter der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar. Er hatte dabei auch den Auftrag des Großherzogs Wilhelm Ernst, sich besonders um die Produktkultur der Kunsthandwerksbetriebe und Industrie im Land zu kümmern, die bald erfolgreich nach seinen Entwürfen arbeiteten. Van de Velde wurde in der Schweiz nicht heimisch. 1920 bis 1926 entwarf er als Architekt für das Mäzenaten-Ehepaar Kröller-Müller ein Privatmuseum in Otterlo in den Niederlanden, das jedoch erst 1938 als Provisorium fertiggestellt wurde. Der Neustart in Belgien war nicht einfach. Van de Velde wurde noch Jahre nach dem Ersten Weltkrieg als Germanophiler angegriffen und ihm eine angebliche deutsche Staatsangehörigkeit vorgeworfen.

Berater für Wiederaufbau unter der deutschen Militärverwaltung, wurde der 83-Jährige nach dem Zweiten Weltkrieg in Belgien erneut angefeindet. Er musste sich unter dem Vorwurf der Kollaboration einem entsprechenden Verfahren unterwerfen, das nach kurzer Zeit eingestellt wurde. 1947 zog er sich in die Schweiz zurück. Maria war in der Nähe von Paris als Tochter deutschstämmiger Eltern geboren und wuchs in Brüssel auf. Als leidenschaftliche Klavierspielerin erhielt sie Unterricht beim Maler Théo van Rysselberghe, über den sie auch 1893 Henry van de Velde kennenlernte. Maria unterstützte ihren finanziell unbekümmerten Mann mit vielen Aktivitäten. Sie nahm Untermieter auf, organisierte den Hausverkauf und auch den einiger Gemälde aus ihrer privaten Sammlung.