Ratgeber

Zum Abschied ein Fest PDF

Zur Geschichte der Trauerkultur zum Abschied ein Fest PDF 18. Es sind eingespielte funktionale Abläufe, die unseren Umgang mit dem Tod weitgehend bestimmen.


Författare: Helmut Kindler.
In seinen Erinnerungen legt Helmut Kindler Schicht um Schicht seines Lebens frei. Prägend war für den jungen Kindler die Beschäftigung mit politischen Theaterstücken, prägend wurde die Arbeit als Schauspieler und Regieassistent für sozial- und gesellschaftskritische Bühnenstücke. Seine politische Heimat – links von der Mitte – fand er im Berlin der 20er Jahre, in der Auseinandersetzung mit dem erstarkenden Faschismus. Im Februar 1933, unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung, gab Kindler das Theater und sein Berufsziel, Regisseur zu werden, auf und begann eine Karriere als Journalist. Er arbeitete als Redakteur beim Deutschen Verlag in Berlin. Als erklärter Feind des Nationalsozialismus trat er einer Widerstandsgruppe bei, half jüdischen Mitbürgern, wurde verhaftet, kam vor den Volksgerichtshof und tauchte bald darauf ab in den Untergrund.
Helmut Kindler sah in den vielseitigen Erfahrungen, die er von 1929 bis 1945 sammeln konnte, eine Lehrzeit für seine Verlegertätigkeit, erst als Zeitschriften-, dann als Buchverleger. Der wirtschaftliche Erfolg seiner Zeitschriften 'Revue', 'Das Schönste', 'Bravo' und anderer ermöglichte es Kindler, in seinem Buchverlag jenen kritischen Autoren ein Forum zu bieten, denen er schon in den Nazijahren begegnet war, und jene großen Enzyklopädien – 'Kindlers Literatur Lexikon', 'Kindlers Kulturgeschichte', 'Kindlers Malerei Lexikon', 'Grzimeks Tierleben' und 'Die Psychologie des 20. Jahrhunderts' – zu veröffentlichen, die den Namen Kindler weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht haben.

Friedhöfen werden anonyme Urnenhaine mit weiten, namenlosen Rasenflächen ausgewiesen. Der neu installierte Friedhofsgeistliche, der seine Verstorbenen nicht mehr persönlich kennt, ist nurmehr einer von vielen Funktionsträgern in jenem kontinuierlich ausgebauten System städtischer Infrastruktur, zu dem auch das Bestattungswesen gehört. Gerade im Umgang mit Tod und Trauer wird die Auflösung christlicher Traditionen also besonders deutlich. Die bisherigen Ergebnisse werden Sie überraschen.

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Amerikanische Grußkarte aus dem Jahr 1904, die scherzhaft auf das Brauchtum der Wahrsagerei anspielt: Die junge Frau hofft, zu Halloween in einem dunklen Raum ihren Zukünftigen im Spiegel zu erblicken. Volksbräuche am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Im Zuge der irischen Renaissance nach 1830 wurden in der frühen volkskundlichen Literatur eine Kontinuität der Halloweenbräuche seit der Keltenzeit und Bezüge zu heidnischen und keltischen Traditionen wie dem Samhainfest angenommen.

Seit den 1990er Jahren verbreiten sich Halloween-Bräuche in US-amerikanischer Ausprägung auch im kontinentalen Europa. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Die Entstehungsgeschichte des Festtags Allerheiligen geht auf ein Fest aller heiligen Märtyrer zurück, das am 13. Mai, dem Weihetag der Kirche Sancta Maria ad martyres in Rom, gefeiert wurde, als Papst Bonifatius IV. Der Bezug von Halloween ergibt sich aus dem der Feier des Hochfestes Allerheiligen folgenden Gedächtnis Allerseelen, an dem die Katholiken ihrer Verstorbenen und aller Armen Seelen im Fegefeuer durch Gebet und Ablässe gedenken. Bereits im Zug der hochmittelalterlichen wie später im Zuge der irischen Renaissance wurden einige der christlichen Aspekte bereits wieder auf tatsächliche oder angenommene heidnische Traditionen projiziert.

Die entsprechende Wechselwirkung und zugehörige Widersprüche sind bis in die Gegenwart verbreitet. Nachgewiesen sei es seit dem 8. Die Encyclopædia Britannica leitet das Fest aus alten keltischen Bräuchen her. Gefeiert wurde zu Halloween demnach auch das Sommerende, der Einzug des Viehs in die Ställe. In dieser Zeit, so glaubte man, seien auch die Seelen der Toten zu ihren Heimen zurückgekehrt.

Legendenhaft und historisch nicht exakt zu beweisen ist eine direkte Verbindungslinie zu dem keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes Samhain. Aus der Verbindung mit diesem Totengott sollen sich die Gebräuche zu Halloween ableiten, vor allem der Bezug auf das Totenreich und Geister. Die frühere Forschung vermutete den ältesten Hinweis auf das Samhain-Fest im schwer zu deutenden Kalender von Coligny aus dem 1. Die These einer kontinuierlichen Entwicklung keltischer Bräuche zu modernen Halloweenbräuchen gilt als veraltet und unhaltbar. Der britische Historiker Ronald Hutton sieht keine Belege für Samhain als Totenfest, betont aber, der Termin sei für die keltische Bevölkerung sicher eine Zeit gewesen, in welcher man sich gegen übernatürliche Kräfte wappnen musste. Das Allerheiligen- und Allerseelenfest mit der Toten-Thematik habe dann das ältere Samhainfest überlagert.

Die österreichische Ethnologin Editha Hörandner sieht die häufig behaupteten keltischen oder heidnischen Ursprünge als historische Projektion, die geradezu den Charakter eines Gütesiegels habe. Von Interesse für die Forschung sei weniger die längst widerlegte These einer ungebrochenen Kontinuität bis ins Altertum, als vielmehr, wie die moderne Sehnsucht nach fiktiven keltischen Traditionen entstehe und was davon verbreitet werde. Einzelne Aspekte der Halloweenbräuche in den Ursprungsländern waren bereits in der frühen Neuzeit umstritten. 1589 wurden im schottischen Stirling die sog. Halloween wurde ursprünglich nur in katholisch gebliebenen Gebieten der britischen Inseln gefeiert, vor allem in Irland, während die anglikanische Kirche am Tag vor Allerheiligen die Reformation feierte. Mit den zahlreichen irischen Auswanderern im 19.